Kreativtour Urban Sketch der Heidelberger Schlossruine. In Aquarell und Bleistift ausgeführt. Sie zeigt Komposition und Aquarelltechniken mit viel Liebe zum Detail.

Mit Urban Sketching durchstarten

Was ist die Kreativtour?

Die Kreativtour ist für mich eine Lebensart. Es ist eine Art, die Dinge um mich herum in Form von Stadtskizzen und Landschaftszeichnungen festzuhalten. Aber das ist noch nicht alles, denn das, was man sieht, beeinflusst das, was man tut, denkt, zeichnet und zu was man einen Bezug zu allem aufbaut. 

In gewisser Weise ist es die Entdeckung und Erforschung deiner Umgebung und deiner selbst, alles in einem.

In diesem Jahr lernst du, wie man aus dem Leben zeichnen kann. Sei es durch Urban Sketching, Landschaftsmalerei oder einfach durch das Zeichnen von Menschen, die an dir vorbeigehen. 

Mit Urban Sketching beginnen und deine Kreativtour entdecken

Bist du jemals an jemandem vorbeigekommen, der in der Stadt skizziert? Hat es dir in den Fingern gejuckt, weil du dir wünschtest, du wärst diese Person – mutig genug, um in der Öffentlichkeit zu zeichnen? Talentiert genug, um in der Öffentlichkeit zu zeichnen? Zeit genug hättest, um in der Öffentlichkeit zu zeichnen? 

Hast du jemals gerne etwas gezeichnet, irgendwann mal, überhaupt irgend etwas?

(Nicht nachdenken, nur antworten.) 

Warum hast du damit aufgehört? Und wenn du noch nie Szenen aus dem echten Leben gezeichnet hast, was hat dich dann davon abgehalten, damit anzufangen?

Mach dich bereit. Dieses Jahr ist dein Jahr, um mit der Kreativtour zu beginnen.


Lesen: „Die Kreativtour – das Beste zum Schluss Teil I“ und „Die Kreativtour – das Beste zum Schluss Teil II“

9 Gründe warum es sich lohnt Urban Sketching zu lernen

Nicht bloß ein Neujahrvorsatz

Du sollst dies nicht als Neujahrresolution betrachten, denn das ist es nicht. 

Im Ernst – wie viele Neujahrvorsätze hast du in deinem Leben wirklich eingehalten? 

Ich denke, dass ein neues Jahr oder ein neues Jahrzehnt als Inspiration für dich betrachtet werden sollte, nicht als ein Versprechen, das du halten oder brechen musst. 

Wie oft hast du schon einen Künstler gesehen, der fröhlich vor sich hin skizziert hat, und hast dir gewünscht, du wärst dieser Mensch? Wie oft hat dir deine innere Stimme gesagt, du sollst es vergessen, weil es sowieso nicht geschehen wird? 

Hast du dich jemals gefragt, warum deine innere Stimme zum miesepetriger Türsteher geworden ist? War es die schlechte Note, die du bei einem Kunstprojekt in der Schule bekommen haben? Das, auf die du am meisten stolz warst? Waren es deine Eltern, die sagten: „Lerne etwas Vernünftiges. Du willst doch kein brotloser Künstler werden, oder?“

Nun, ich möchte auch nicht, dass du ein brotloser Künstler wirst. Im Gegenteil: Eine Künstlerseele verhungert, wenn sie nicht schöpferisch tätig ist. Glaube mir. Die drei Jahre, in denen ich nicht gezeichnet habe, waren die drei elendigsten meines Lebens. Ich will, dass du aufblühst und wächst.

„Aber ich kann das nicht!“

Doch. Ich weiß, dass du das kannst. Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, hast du etwas in dir, das auskeimen will. Du möchtest einen Bleistift oder Feder in die Hand nehmen. Du willst, dass er über die Seite tanzt. 

Das Gute an der Kreativtour ist, dass du jederzeit Urban Sketching machen kannst, wenn dir danach ist. Der Unterschied der Kreativtour besteht darin, dass du nur erscheinen musst. Einfach für dich selbst. Und wenn du nur 5 Minuten lang zeichnest, dann hast du nur 5 Minuten gezeichnet. Aber du hast gezeichnet. So einfach ist das. 


Lesen: Über mich„Wie ist hoffmanillustrates! entstanden?“ und „Zurück zu meiner kreativen Arbeit“

In den „Flow“ fallen

Ein Grund, warum ich glaube, dass ich an der Parsons School of Design angenommen wurde, war, als Timm Gunn mich fragte, wie ich mich beim Zeichnen fühle. Ich antwortete, dass ich mich transportiert fühle. Ich konnte die Objekte, die ich zeichnete, „fühlen“, ohne sie zu berühren; und obwohl ich mein Zeitgefühl beim Zeichnen verlor, fühlte ich mich nie verloren, wenn ich zeichnete. 

Heute nennt man dieses Phänomen den „kreativen Flow“. Meine Kollegin Roberta Bergmann hat ein Buch „Kopf frei für den kreativen Flow“* darüber geschrieben. 

Es ist ein hypnotisierendes Gefühl. Man könnte es wohl mit Meditation vergleichen. Die Welt um dich herum beginnt sich zu öffnen und zeigt dir ihre Geheimnisse, ihre Farben, ihre Formen und ihre Weisheiten. Gleichzeitig wird der Ballast, der dich bedrückt, leicht und unwichtig. Alles fühlt sich einfach richtig an.

Wenn du anfängst, Urban Sketching und Landschaftsmalerei zu betreiben, wirst du Teil des Flows der Umgebung. Und die Umwelt wird ein Teil von dir. 

Selbstfürsorge

Bist du ein Mensch, der die Bedürfnisse anderer vor deine eigenen stellt? Warum? Vielleicht suchst du nach Anerkennung? Vielleicht denkst du, dass es egoistisch ist, etwas für dich selbst zu tun? Glaub mir, das ist es nicht. 

Vielleicht bist du sooooo beschäftigt, dass du nicht einmal daran denken kannst, eine kurze Pause zu machen? Der Abwasch muss erledigt werden, der Hund muss ausgeführt werden, der Chef verlangt den Bericht bis morgen früh. Du hast das Gefühl, dass ein Krieg um deine Aufmerksamkeit geführt wird und dass dieser Krieg anstrengend ist. Du zündest nicht nur die Kerze an beiden Enden an, sondern auch in der Mitte.

Es ist Zeit, dass du daran denkst, einzuatmen und etwas für dich selbst zu tun. Niemandem wird geholfen, wenn deine Nerven zerrüttet sind. Niemandem wird geholfen, wenn man selbst zu kurz kommt. Im Flugzeug gilt die Regel, dass man immer erst die eigene Sauerstoffmaske aufsetzen muss, bevor man versucht, anderen zu helfen. Die Kreativtour wie ist eine Sauerstoffmaske. Das meditative Gefühl des Atmens und Zeichnens, auch wenn du nur zeichnest was du vor deinem Fenster siehst, hilft, dich wieder in den Fokus zu bringen. 

Brain Food

Wenn man mit Urban Sketching und Landschaftsmalerei beginnt, gewinnt man eine neue Perspektive. Du beginnst, Details in deiner Umgebung wahrzunehmen, die du noch nie zuvor gesehen hast. Die Kreativtour ist eine Möglichkeit, neue Perspektiven zu eröffnen. Anfangs bemerkst du nicht nur kleine Unterschiede in der Architektur, sondern du siehst kleinere Dinge, wie Typographie, Farbe, Licht und Dunkelheit mit neuen Augen. 

Ich würde sagen, es weckt das Gehirn auf. Du fängst an, nach den kleinsten Details zu suchen und dich für die Texturen zu begeistern. Du fütterst dein Gehirn mit neuen Reizen und weckst deine Neugierde. 

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Gehirntraining

Wenn du deine Kreativtour beginnst und Urban Sketching und Landschaftsmalerei machst, fühlst du dich vielleicht unsicher darin. Nach ein paar Minuten hast du vielleicht das Gefühl, dass du aufgeben willst. Aber es ist wie alles andere. Es ist nur eine Frage des Trainings. Wenn du eine Person bist, die oft als „flatterhaft“ oder „unkonzentriert“ beschrieben wird, stell einfach einen Timer an deinem Handy auf 10 Minuten ein. 

Wenn du wie ich bist, möchtest du vielleicht nur sicherstellen, dass du genug Kaffee hast, bevor du mit dem Zeichnen anfängst, und sicherstellen, dass du einen Radiergummi hast (den du nicht brauchst), vielleicht möchtest du aber auch aufgeben, bevor du überhaupt anfängst. Stell die Eieruhr erst ein, nachdem du deine Komfortbedürfnisse befriedigt hast (z.B. Getränke, WC-Besuch, usw.) und dein Skizzenbuch und deinen Stift zur Hand hast. 

Sobald du den Timer eingestellt hast und mit dem Skizzieren beginnst, wirst du überrascht sein, wie schnell die Zeit vergeht. Wenn du weißt, dass du nur 10 Minuten hast, um an etwas zu arbeiten, egal wie ordentlich oder unordentlich das Ergebnis ist, kannst du schneller in den Flow kommen. 

Es ist wie bei jeder Art von Übung – je öfter du trainierst, desto leichter wird es für dein Gehirn, sich an das, was du tust, zu gewöhnen. 

Es macht ein wenig süchtig. Je mehr du trainierst, desto mehr Spaß macht es dir, rauszugehen und zu skizzieren. Je mehr du das Urban Sketching und die Kreativtour genießt, desto öfter möchtest du es tun. Es ist ein wunderbarer Zyklus.

Die Kreativtour schafft Selbstvertrauen

Ich denke, eine Sache, die vielen Kreativen oft fehlt, ist das Selbstvertrauen. Vielleicht haben wir uns in unserer Kindheit als „Außenseiter“ gefühlt, nur weil wir Dinge sehen könnten, die andere verschlossen waren. Weil uns gesagt wurde, dass wir „vernünftige“ Berufe lernen sollten, von 9-5 zur Arbeit gehen und einen regelmäßigen Gehaltsscheck erhalten sollten. Kommt dir das bekannt vor?

Ich sage nicht, dass du deinen Job kündigen sollst, wir alle müssen unseren Lebensunterhalt verdienen. Ich sage nur, dass die Selbstsicherheit wächst, wenn man anfängt, mit seinem kreativen Ich (wieder) in Kontakt zu kommen. 

Es gibt Vögel, die lange unter Wasser schwimmen können, und Fische, die durch die Luft fliegen können. Bist du einer von ihnen? Das ist großartig. 

Bist du zu lange aus deiner optimalen Umgebung gewesen, weil jemand gesagt hat, du würdest sicher ersticken oder ertrinken, wenn du dorthin gehst?

Wie lange bist du schon nicht mehr in deinem Element gewesen? Du bist einzigartig. Solltest du diesen besonderen Teil von dir aufgeben, nur weil andere denken, du solltest „vernünftig“ sein? 

Ich finde, das zu tun, wozu man geboren wurde, und jeden Tag zu lernen, dies besser zu tun, stärkt das Selbstvertrauen. Es hilft dir, den Neinsagern gegenüberzutreten, es hilft dir, morgens begeistert aufzuwachen, um den Tag zu begrüßen. 

Übung macht den Meister

Je mehr Selbstvertrauen du empfindest, desto mehr wirst du üben wollen. Es fühlt sich nicht wie eine lästige Pflicht an. Es fühlt sich nicht wie eine Aufgabe auf deiner To-do-Liste an. Es fühlt sich wie Leidenschaft an. Und genau wie beim Verliebtsein wirst du dir eine tägliche Gabe von Glückshormonen wünschen. 

Je öfter du skizzierst, desto besser werden deine zeichnerische Fähigkeiten. Je öfter du zeichnest, desto mehr willst du üben. Und du wirst feststellen, dass einige deiner Zeichnungen verdammt gut sind. 

Wenn ich zeichne und mit meinem Zeichnen zufrieden bin, höre ich immer noch die Stimme meines Professors: „Verdammt! Sie zeichnen!“ Manchmal ertont das Lied „I’m flying“ von Peter Pan, das von Caroly Leigh geschrieben wurde, von Mary Martin in meinem Kopf.

„Sieh mich an—
Sehe, wie einfach es geht—
Ich fliege!“

Du kannst das Lied auf Spotify oder YouTube finden. Dreh die Lautstärke auf und lass die Musik dich inspirieren.

Urban Sketching = eine magische Reise

OK, die Kreativtour bringt dich vielleicht nicht zur Großen Mauer von China, aber Urban Sketching wird dich aus dem Haus bewegen. Vielleicht bist du ein*e vielbeschäftigte*r Mutter oder Vater mit Kindern, die dich drängen zum Spielplatz zu gehen. Wo du fast jeden Tag gewesen bist, seit sie geboren wurden.

Wäre es nicht eine andere Erfahrung mit deinem Skizzenbuch in der Hand? Statt Instagram-Fotos deiner Kinder hast du vielleicht Instagram-Skizzen deiner Kinder auf der Rutsche, im Sandkasten, beim Herumrennen und generell beim Kindsein. Würde dir das nicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Deine Kinder in einem anderen Licht zu erleben? Zu sehen, wie deine Tochter in die Festung klettert und den Drachen besiegt, wie dein Sohn blitzschnell rennt, weil er ein neues Paar Turnschuhe hat? Ihre Gesten aufnehmen, mit der eigenen Hand festgehalten, wie sie lächeln? Diese Augenblicke wirst du nicht vergessen.

Mutter und Säugling
Menschen auf dem Spielplatz in Heidelberg
Kinder am Wasserspielplatz an der Neckarwiese in Heidelberg
Skizzen von Kindern auf der Neckarwiese in Heidelberg

Hast du keine Kinder? Keinen Hund?

Aber vielleicht hast du gar keine Kinder. Oder keinen Hund mit dem du Gassi gehen kannst. Dann musst du wirklich mal aus dem Haus gehen. Dich in einem Café sonnen. Im Winter hier in Deutschland legen die Cafébesitzer Decken auf die Stühle draußen. Das ist himmlisch draußen zu sitzen, einen Kaffee zu trinken und zu zeichnen. Oder man geht in den nächsten Park, um die Landschaft zu betrachten und zu interpretieren.

Für eine Kreativtour musst du nicht weit gehen. Du kannst deine Heimatstadt besser kennenlernen, indem du einfach rausgehst. Und die meisten Menschen wissen nicht, wie schön ihr eigenes Zuhause ist.

Wenn du das Urban Sketching und die Kreativtour in der Nähe deiner Wohnung übst, wirst du dich sicher genug fühlen, um dein Skizzenbuch zu packen und an andere Orte zu gehen. Es ist ein wunderbares Gefühl, die Welt mit weit geöffneten Augen zu sehen, statt bloß durch den Filter einer Handykamera.

Man weiß nie, wen man trifft, und vielleicht findest du eine Traube von Zeichnern, die genau wie du sind, um mit ihnen zusammen zu zeichnen

Der größte Ort, den du entdecken wirst jedoch, ist deine eigene Welt der Kreativität. Ich bin hier, um dich dorthin zu führen.

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